Roman
Hardcover mit Schutzumschlag

Kampa Verlag
320 Seiten
Auch als E-Book

Hundesohn

Eine Provinzkneipe irgendwo in Norddeutschland. Herbert – genannt Hawk – sitzt beim dritten Bier, als sein roter Alfa Romeo in Flammen aufgeht, das Einzige, was ihm aus seinem früheren Leben geblieben ist.

Nach Jahren im Knast und einer gescheiterten Liebe zu Lu, Königin der Hafenkneipe »Les fleurs du mal«, hatte er dem verteufelten Hamburger Kiez den Rücken gekehrt. Endlich eine trittsichere Existenz ohne krumme Touren, endlich raus aus dem Milieu – und bloß keine Gefühle mehr.

Doch irgendjemand ist ihm jetzt auf den Fersen. Nur wer?

Während Hawks Suche nach seinem Verfolger immer blindwütiger wird, holen ihn die eigenen Abgründe ein.

Eine Hamburger Milieugeschichte von der Nachkriegszeit bis zum Ende der 1980er Jahre. Ein Drama um vererbte Wut, Schuld und den Wunsch, die eigene Herkunft hinter sich zu lassen.

Pressestimmen

»So einfach ist dieser Hawk nicht unterzukriegen. Ein Tier von einem Mann, das sich im Großstadtdschungel durchbeißt. Viele Gangstergeschichten folgen bestimmten Abläufen - Sonja Schultz wirft das alles über den Haufen. 'Hundesohn' liest sich lebendig, man kann fast den Schweiß von Hawk riechen. Ein Buch wie ein Actionfilm. Wenn man es zuklappt, muss man erst mal durchatmen.«

NDR 90,3

»So intensiv, zuweilen auch actionreich es in ‚Hundesohn‘ auch zugeht – die ganze Wirkung, das Bewusstsein für die volle sprachliche Varianz der Autorin entfaltet sich erst nach und nach. In einem Kapitel erzählt Schultz von Hawks Mutter. Flink, gewitzt ist die Sprache, die sie für die unterforderte junge Frau aus Kansas findet, die alles hinter sich lässt, um als Armeesekretärin ins Land der Besiegten zu gehen. Zackiger die Sprache des deutschen Vaters, passiv aggressiv, vom totalitären Denken geformt. Aber Hawk ist das eigentliche Kunststück. Für ihn vermag die Autorin Sätze zu formulieren, die so schlicht, so knapp sind, wie er spricht – und zugleich so sensibel und phantasievoll, wie er denkt. Das Leben scheint ihn so sehr zu elektrisieren, wie es ihn überfordert, sein Blick auf die Welt erzeugt diesen Eindruck einer kindlich naiven Wahrnehmung, beinahe synästhetisch funkender Synapsen. […] Das Verknüpfen persönlichen Elends mit deutscher Schuld, die daraus resultierende Rebellion gegen alles Bürgerliche, wie sehr uns die eigene Herkunft prägt und wie viel davon wir weitervererben – das alles sind keine neuen Gedankengänge. Besonders ist, wie Sonja M. Schultz die roten Fäden in ‚Hundesohn‘ zwischen den Wendepunkten des zwanzigsten Jahrhunderts aufspannt, sie im kriminellen Unterbauch der Großstadt verknotet – all das unter der Kutte eines dreckigen kleinen, nur scheinbar schnell verdauten Kiezkrimis.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung

»‚Die Wutsplitter eitern dir durchs Blut‘, heißt es irgendwann im Roman, und damit ist die pochende Wunde benannt, um die es in ‚Hundesohn‘ geht. Wie wird man ihn los, den Stachel der eigenen Vergangenheit im Fleisch, der zu allem Überfluss auch noch durch Generationen hindurch zu verletzen scheint? Wenn das Buch ganz reduziert und sachte davon erzählt, dann ist man gerührt wie gebannt. Dann muss man zwangsläufig an gewaltige Bücher wie ‚Requiem für einen Traum‘ von Hubert Selby denken. […]

Ein starkes Debüt über einen eigentlich schwachen Typen.«

Büchermarkt, Deutschlandfunk

»Sonja M. Schultz erzählt ihren Roman, als würde sie durch den Sucher einer Superacht-Kamera sehen. Ihre Schreibe ist fast dokumentarisch, tief eingetaucht in die Gerüche, den Mief jener Zeit. Grossartig erzählt, von umwerfender Wahrhaftigkeit!«

Literaturblatt

»Ein sehr atmosphärischer, emphatischer Roman, bei dem man den Hafen zu riechen glaubt, der eigentlich am besten mit einem Astra in der einen und einem Fischbrötchen in der anderen Hand gelesen werden sollte.«

Binge Reader

»Für diese Milieugeschichte, die vom Sommer 1989 in Norddeutschland bis zurück in die Nachkriegszeit in der süddeutschen Provinz reicht, hat die Autorin einen ganz eigentümlichen Gossenslang gefunden. Es sind Sätze wie mit dem Kantholz zurecht gehauen. 'Manchmal fuhr er mit Miss Stetson ans Meer und legte sich in die Dünen. In der blendenden Sonne verblasste der Scheiß, nachts hielten die Träume ihr Maul'.«

Heilbronner Stimme

»Großes Drama um Liebe und Männlichkeit, stilistisch brillant und modern.«

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